Ein starker Sturm hat Ziegel abgedeckt, die Dachrinne beschädigt oder gar größere Teile des Dachs freigelegt — jetzt ist schnelles Handeln gefragt. Wasser kann innerhalb von Stunden erhebliche Folgeschäden verursachen. Dieser Leitfaden zeigt, was zu tun ist.

Sicherheit geht vor

Bevor Sie irgendetwas tun: Betreten Sie ein beschädigtes Dach niemals selbst. Nach einem Sturm können Ziegel lose sein, Holzteile gebrochen, und die Statik beeinträchtigt sein. Das Unfallrisiko ist extrem hoch.

Gleiches gilt für Dachböden direkt nach einem Sturm — prüfen Sie von unten, ob Wasser eindringt, und verlassen Sie den Bereich bei sichtbaren Schäden an der Dachkonstruktion.

Schritt 1: Schaden einschätzen und dokumentieren

Beurteilen Sie den Schaden soweit möglich vom Boden aus — mit Fernglas oder von einem sicheren Standpunkt:

Dokumentieren Sie alles sofort mit Fotos und Videos — mit aktiviertem Zeitstempel. Diese Dokumentation ist entscheidend für Ihre Versicherung.

Wichtig: Dokumentieren Sie auch den Sturm selbst: Notieren Sie Datum und Uhrzeit, speichern Sie Wettermeldungen oder Unwetterwarnungen des DWD für Ihre Region. Versicherungen verlangen oft einen Nachweis, dass tatsächlich ein Sturm stattgefunden hat.

Schritt 2: Notabdichtung durch Fachmann

Bei offenen Stellen im Dach muss sofort eine Notabdichtung erfolgen — sonst dringt bei Regen Wasser ein und verursacht massive Folgeschäden (Schimmel, beschädigte Dämmmaterialien, nasse Decken und Wände).

Beauftragen Sie einen Dachdecker-Notdienst mit der Notabdichtung. Typische Maßnahmen:

Eine dauerhafte Reparatur folgt dann nach einer gründlichen Begutachtung.

Schritt 3: Versicherung sofort informieren

Melden Sie den Sturmschaden unverzüglich Ihrer Wohngebäudeversicherung — bei den meisten Versicherern innerhalb von 48–72 Stunden.

Was die Wohngebäudeversicherung abdeckt

Schaden Abgedeckt?
Schäden an Dach, Mauern, Gebäude durch Sturm Ja (ab Windstärke 8 / ~63 km/h)
Folgeschäden durch eindringendes Wasser Ja, wenn durch Sturm verursacht
Beschädigte Einrichtung, Möbel Nein (Hausratversicherung)
Schäden durch normales Regenwasser (ohne Sturmursache) Nein

Was die Versicherung nicht zahlt

So melden Sie den Schaden richtig

  1. Versicherung anrufen — Schadensnummer notieren
  2. Schriftliche Meldung per E-Mail oder App senden (viele Versicherer haben eigene Apps)
  3. Fotos einsenden — je mehr desto besser
  4. Keine größeren Reparaturen vor der Besichtigung starten, außer notwendiger Notabdichtung
  5. Kostenvoranschlag vom Dachdecker einholen und der Versicherung vorlegen
Tipp: Heben Sie beschädigte Materialien (Ziegel, Dachrinnenteile) auf bis der Versicherungsgutachter war. Das beschleunigt die Regulierung.

Was kostet ein Dachdecker-Notdienst?

Zeitraum Typischer Stundensatz
Werktags, Normalzeit 65–100 €/h
Abends / Wochenende 100–160 €/h
Nachts / Feiertage 140–220 €/h

Für eine einfache Notabdichtung (Folie auflegen, lose Ziegel sichern) können Sie mit 200–500 € rechnen, je nach Aufwand und Tageszeit. Die dauerhafte Reparatur wird separat kalkuliert.

Gefahr im Verzug: Wenn Feuerwehr und Notfall-Absicherung nötig sind

Bei sehr großen Schäden — wenn Teile des Daches drohen herabzufallen oder die Statik des Gebäudes gefährdet erscheint — rufen Sie die Feuerwehr (112). Die Feuerwehr kann:

Die Kosten für Feuerwehreinsätze bei Unwetter übernimmt in der Regel die Wohngebäudeversicherung.


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