Handwerker, die nicht nur ausführen, sondern auch beraten, verdienen mehr — und gewinnen treuere Kunden. Die Energieberatung ist für viele SHK-Betriebe, Dachdecker und Elektriker eine natürliche Erweiterung ihres Angebots. Mit der richtigen Zertifizierung und einem durchdachten Auftritt auf Ihrer Website können Sie sich als Komplettanbieter für energetische Sanierung positionieren.
Was ist der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP)?
Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein gefördertes Beratungsdokument, das Hausbesitzern zeigt, wie sie ihr Gebäude schrittweise sanieren können — inklusive Maßnahmenempfehlungen, Kostenschätzungen und Förderhinweisen.
Das Besondere: Wer Fördergelder aus dem BEG (BAFA/KfW) beantragt und dabei einen gültigen iSFP vorlegt, erhält einen zusätzlichen Förderbonus von 5 Prozentpunkten auf alle Einzelmaßnahmen.
Für Hausbesitzer bedeutet das:
- Wärmedämmung: statt 15% → 20% Förderung
- Wärmepumpe: statt 30% → 35% Basis-Förderquote
Für Sie als Handwerker:
- Kunden mit iSFP sind informierter, entschieden und finanziell besser aufgestellt
- Der iSFP schafft einen klaren Sanierungsfahrplan → Folgeaufträge über Jahre
- Sie können den iSFP selbst erstellen (mit Zertifizierung) oder mit einem Energieberater kooperieren
BAFA-Zulassung als Energieeffizienz-Experte
Um Energieberatungen im Rahmen des BEG durchzuführen und Förderanträge begleiten zu dürfen, brauchen Sie eine Zulassung als Energieeffizienz-Experte (EEE) auf der Bundesexpertenliste.
Weg zur BAFA-Zulassung:
| Schritt | Beschreibung |
|---|---|
| Qualifikation prüfen | Meister oder Ingenieur in einschlägigem Fach? |
| Weiterbildung | Anerkannter Kurs (HWK, Innungen, private Anbieter), ca. 40–80 Std. |
| Registrierung dena | Online-Registrierung auf der Bundesexpertenliste |
| Fortbildung | Alle 3 Jahre Aktualisierungskurse nötig |
Die Kosten für die Ausbildung liegen je nach Anbieter zwischen 1.500 und 3.500 €. Die Investition amortisiert sich schnell: Energieberatungen kosten den Auftraggeber 1.000–2.500 € — davon werden durch die BAFA ebenfalls bis zu 80% gefördert (für Wohngebäude: 80% Zuschuss, max. 1.300 €).
Das Geschäftsmodell: Beratung + Ausführung
Das lukrativste Modell für Handwerker mit Energieberatungskompetenz:
- Erstberatung anbieten (kostenlos oder gegen symbolisches Honorar)
- iSFP erstellen (BAFA-gefördert, Eigenumsatz)
- Maßnahmen priorisieren gemeinsam mit dem Kunden
- Förderanträge begleiten (als EEE oder mit Kooperationspartner)
- Ausführung übernehmen (der eigentliche Handwerksauftrag)
- Fachunternehmererklärung ausstellen
- Folgemaßnahmen empfehlen (aus dem iSFP)
Dieses Modell schafft langfristige Kundenbindung: Ein Hausbesitzer mit einem 10-Jahres-Sanierungsfahrplan kommt immer wieder zu Ihnen zurück.
So positionieren Sie dieses Angebot auf Ihrer Website
Viele Kunden wissen nicht, dass Handwerker auch Energieberatung anbieten können. Auf Ihrer Website sollte daher klar kommuniziert werden:
Empfohlene Seitenstruktur:
- Eigene Unterseite “Energieberatung & iSFP”
- Erklärung was der iSFP ist (verständlich, ohne Fachchinesisch)
- Erwähnung der BAFA-Zulassung (oder Kooperationspartner)
- Wie der Prozess abläuft (5-Schritte-Grafik oder Liste)
- Testimonial eines Kunden der durch Beratung gefördert wurde
Keyword-Potenzial: Suchbegriffe wie “Energieberatung [Stadt]”, “iSFP erstellen lassen”, “Sanierungsfahrplan Kosten”, “BAFA-Energieberatung Handwerker” haben gutes Suchvolumen und wenig Konkurrenz.
Kooperationsmodell: Wenn Sie keine eigene Zulassung wollen
Die Zulassung als EEE ist nicht für jeden Betrieb der richtige Weg. Eine Alternative: Kooperation mit einem zugelassenen Energieberater.
Sie empfehlen Ihren Kunden einen Kooperations-Energieberater → Der Berater erstellt den iSFP → Sie führen die empfohlenen Maßnahmen aus → Beide profitieren.
Solche Kooperationen sind weit verbreitet und rechtlich problemlos. Wichtig: Die Empfehlung darf nicht gegen Provision erfolgen (Wettbewerbsrecht). Die Zusammenarbeit sollte auf gegenseitigem Mehrwert basieren.
Praxisbeispiel: Wie sich das rechnet
Musterrechnung für einen SHK-Betrieb:
Ein Hausbesitzer möchte seine Heizung modernisieren. Ohne iSFP: Wärmepumpe für 22.000 €, BAFA-Förderung 30% = 6.600 € Zuschuss.
Mit iSFP (den Sie als EEE erstellt haben): Förderung 35% = 7.700 € Zuschuss. Plus: Der iSFP selbst wird zu 80% gefördert (BAFA-Zuschuss bis 1.300 €).
Ihr Zusatzverdienst:
- Energieberatung/iSFP: 1.500 € Honorar, davon 80% BAFA → Eigenanteil Kunde: 300 €
- Wärmepumpeninstallation: 22.000 €
- Gesamtumsatz mit Beratung: 23.500 € (vs. 22.000 € ohne)
- Kundennutzen: Mehr Förderung, klarer Sanierungsplan
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