Buchhaltung ist für viele Handwerker das ungeliebte Thema — zu Unrecht wird es aufgeschoben bis das Chaos perfekt ist. Dabei lässt sich die Buchhaltung mit den richtigen Tools auf wenige Stunden pro Monat reduzieren, und mit digitalem Belegmanagement sparen Sie zudem beim Steuerberater. Dieser Artikel zeigt, was Sie als Handwerker wissen müssen.

Welche Buchhaltungspflichten haben Handwerker?

Grundsätzlich gibt es zwei Buchhaltungsmethoden:

Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR)

Doppelte Buchführung (Bilanzierung)

Für die meisten Handwerker: Solange Ihr Jahresumsatz unter 800.000 € liegt, reicht die EÜR vollständig aus. Das ist der weitaus häufigere Fall.

Wichtige Steuer-Basics für Handwerker

Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer)

Gewerbesteuer

Einkommensteuer

Absetzbare Ausgaben — was Handwerker häufig vergessen

Diese Ausgaben sind steuerlich absetzbar und werden häufig übersehen:

Ausgabe Absetzbarkein Beleg erforderlich
Werkzeug und Maschinen 100% Rechnung
Arbeitskleidung (Schutzkleidung) 100% Rechnung
Fahrzeug (betrieblich) 100% oder 0,03%-Methode Fahrtenbuch oder pauschale Angabe
Heimarbeitszimmer Anteilig Mietvertrag + Flächennachweis
Fortbildungen/Kurse 100% Rechnung + Nachweis
Büromaterial 100% Quittung
Mobiltelefon (betrieblich) 100% oder anteilig Rechnung
Bewirtungskosten (Kunden) 70% Spezialbeleg mit Namen

Die besten Buchhaltungsprogramme für Handwerker

DATEV — der Standard beim Steuerberater

DATEV ist die Software die 90% aller deutschen Steuerberater nutzen. Wenn Sie einen Steuerberater haben, sollten Sie Ihre Belege digital so erfassen dass sie direkt DATEV-kompatibel sind — das spart Ihren Steuerberater-Stunden und damit Kosten.

DATEV Unternehmen Online: Ab 11 €/Monat für die Belegerfassung. Ihr Steuerberater hat direkten Zugriff auf Ihre Belege — keine manuelle Übergabe mehr.

Lexware — gut für Betriebe mit eigener Buchhaltung

Wer die Buchhaltung selbst erledigt, ist mit Lexware gut aufgestellt. Die Software führt Sie durch alle Schritte, erstellt Steuererklärungen und DATEV-Export.

Preis: Ab 79,95 €/Quartal (Lexware buchhaltung plus)

sevDesk — einfach und günstig

Für Einsteiger und kleine Betriebe: sevDesk ist intuitiv bedienbar, günstig und reicht für einfache EÜR-Buchhaltung aus. Belege per Foto hochladen — die Software erkennt automatisch Datum, Betrag und Lieferant.

Preis: Ab 15 €/Monat

FastBill — cloudbasiert und modern

FastBill bietet automatische Belegverarbeitung (OCR-Erkennung), Bank-Synchronisation und DATEV-Export. Besonders gut für Betriebe die papierlose Buchhaltung wollen.

Preis: Ab 9 €/Monat

Wie Sie Steuerberater-Kosten senken

Steuerberater-Kosten für einen mittelgroßen Handwerksbetrieb liegen oft bei 2.000–5.000 € jährlich. Mit digitalem Belegmanagement können Sie diese Kosten um 20–40% reduzieren:

  1. Belege sofort digitalisieren: Quittungen per Smartphone-App fotografieren statt sammeln
  2. Monatlich ordentlich ablegen: Nicht am Jahresende alles auf einmal einreichen
  3. DATEV Unternehmen Online nutzen: Ihr Steuerberater spart Zeit wenn er digital Zugriff hat
  4. Fahrtenbuch digital führen: Apps wie „Fahrtenlogger" machen das automatisch
Konkretes Einsparpotenzial: Wenn Ihr Steuerberater statt 8 Stunden Belegprüfung nur noch 4 Stunden benötigt (weil alles digital und sortiert vorliegt), sparen Sie bei 150 €/Stunde rund 600 € jährlich.

Fahrtkosten richtig erfassen — einer der größten Steuerfehler

Viele Handwerker führen kein Fahrtenbuch und verschenken damit Steuerersparnisse:

Methode 1: Fahrtenbuch

Methode 2: 1%-Regelung (pauschale Versteuerung)

Empfehlung: Bei über 60% betrieblicher Nutzung lohnt sich fast immer das Fahrtenbuch.

Kleinunternehmerregelung: Lohnt sie sich?

Neu selbstständige Handwerker fragen häufig: Soll ich Kleinunternehmer bleiben?

Vorteile der Kleinunternehmerregelung:

Nachteile:

Empfehlung: Wer viel Material kauft oder hauptsächlich Geschäftskunden (B2B) beliefert, fährt mit Regelbesteuerung meist besser.

Fazit: Digital von Anfang an

Wer Buchhaltung von Anfang an digital organisiert, spart nicht nur Zeit — er hat auch jederzeit den Überblick über seinen Betrieb: Wie viel ist diesen Monat eingegangen? Welche Rechnungen sind noch offen? Wo liegen die größten Kosten?

Digitale Buchhaltung ist kein Luxus, sondern Betriebsführung auf modernem Niveau.

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