„Gibt es eigentlich Förderungen für eine Handwerker-Website?" — Diese Frage stellen uns viele Betriebsinhaber. Die ehrliche Antwort: Ja, es gibt Förderungen. Ob sie für Sie sinnvoll sind, hängt vom Einzelfall ab.

Das go-digital-Programm des Bundesministeriums

Das wichtigste Förderprogramm für digitale Investitionen kleiner Betriebe ist go-digital — ein Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK).

Die Eckdaten:

Merkmal Details
Förderquote 50 % der Beratungskosten
Maximaler Zuschuss 16.500 € (bei max. 33.000 € förderfähigen Kosten)
Förderbereiche Digitale Markterschließung, IT-Sicherheit, digitale Geschäftsprozesse
Anspruchsberechtigt KMU mit max. 100 Mitarbeitern und max. 20 Mio. € Jahresumsatz
Förderart Zuschuss (muss nicht zurückgezahlt werden)

Eine Handwerker-Website fällt in den Bereich „Digitale Markterschließung" — also genau das, was go-digital fördern soll.

Was go-digital konkret fördert

Das Programm fördert Beratungsleistungen von autorisierten Beratern — nicht direkt den Kauf einer Website. Das bedeutet:

Ein autorisierter go-digital-Berater erstellt Ihnen ein Digitalisierungskonzept und setzt die Website um. Die Beratungsleistung wird mit 50 % bezuschusst.

Was förderfähig ist:

Die ehrliche Frage: Lohnt sich go-digital für eine 499€-Website?

Hier müssen wir transparent sein: Für eine Website im Bereich 499–1.500 € lohnt sich go-digital in der Regel nicht.

Warum nicht?

Der Aufwand ist hoch:

Die Zeitrechnung:

Für eine Website die in 7 Tagen fertig sein kann, ist das ein erheblicher Mehraufwand.

Rechenbeispiel: Website-Kosten 499 €. go-digital-Förderung 50 % = 249,50 € Zuschuss. Dafür: 5–9 Wochen Wartezeit, Beratungsaufwand (mehrere Stunden), Koordination mit autorisiertem Berater. Lohnt sich das für 249,50 € Ersparnis? Die meisten Handwerker sagen nein.

Wann go-digital sich wirklich lohnt

Das Programm ist ideal für größere Digitalisierungsprojekte:

Projektgröße Förderbarer Betrag (50 %) Lohnt sich?
Website 499 € 250 € Nein (Aufwand zu hoch)
Website + SEO-Strategie 1.500 € 750 € Grenzwertig
Website + SEO + Social Media 3.000 € 1.500 € Ja
Umfassendes Digitalisierungspaket 8.000 € 4.000 € Klar ja
Maximales Projekt 33.000 € 16.500 € Auf jeden Fall

Für Handwerksbetriebe die mehrere Digitalisierungsmaßnahmen gleichzeitig angehen — Website, CRM-System, Online-Buchungstool, digitale Rechnungsstellung — kann go-digital tausende Euro sparen.

Andere Fördermöglichkeiten

Neben go-digital gibt es regionale Programme:

Förderung Anbieter Besonderheit
Digitalisierungsprämie Verschiedene Bundesländer Unterschiedliche Konditionen pro Land
KfW-Kredit ERP-Digitalisierungskredit KfW Kredit, kein Zuschuss
BAFA Unternehmensberatung BAFA 50 % Förderung für Beraterkosten
Handwerkskammer-Beratung HWK regional Oft kostenlose Erstberatung

Tipp: Fragen Sie bei Ihrer regionalen Handwerkskammer nach aktuellen Förderprogrammen — diese sind oft schneller und unkomplizierter als Bundesprogramme.

Was klüger ist als Förder-Bürokratie

Wenn Sie eine professionelle Website für Ihren Betrieb wollen und schnell starten möchten, gibt es eine einfachere Rechnung:

Weg Kosten Zeit bis Start Netto-Kosten
Direkt bei Artfex anfragen 499 € 7 Tage 499 €
go-digital + autorisierter Berater 499 € − 250 € Förderung 7–10 Wochen 249 € + 5–9 Wochen Aufwand

Der Unterschied: Mit go-digital sparen Sie 250 €, warten aber 2 Monate. In diesen 2 Monaten ohne Website verlieren Sie bei 2 Aufträgen/Monat à 420 € bereits 840 € Umsatz — deutlich mehr als die Förderung bringt.

Die frühere Website gewinnt.

Das bedeutet nicht, dass go-digital sinnlos ist — es bedeutet, dass für kleine Einzelprojekte der direkte Weg oft klüger ist als Monate auf Förder-Bürokratie zu warten.

So beantragen Sie go-digital (wenn Sie es wollen)

Falls Sie sich für go-digital entscheiden, hier der Ablauf:

  1. Berater finden: Liste autorisierter Berater unter go-digital.de (nach Postleitzahl suchen)
  2. Erstgespräch: Besprechen Sie Ihr Digitalisierungsvorhaben
  3. Angebot einholen: Der Berater erstellt ein Konzept mit Kostenplan
  4. Antrag einreichen: Der Berater reicht den Antrag beim PTKA ein
  5. Bewilligung abwarten: 2–4 Wochen
  6. Umsetzung: Erst nach Bewilligung beginnen!
  7. Abrechnung: Nach Projektabschluss Verwendungsnachweis einreichen

Achtung: Beginnen Sie die Umsetzung NICHT vor der Bewilligung — sonst verlieren Sie den Förderanspruch.

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