Die Hauptuntersuchung (HU) kommt alle zwei Jahre — und doch überrascht sie viele Autofahrer. Wer nicht vorbereitet ist, riskiert schwere Mängel, Nachprüfungen und unnötige Kosten. Mit der richtigen Vorbereitung bestehen Sie auf Anhieb.
Was bei der Hauptuntersuchung geprüft wird
Bei der HU kontrolliert der Prüfer des TÜV, DEKRA oder einer anderen anerkannten Stelle Ihr Fahrzeug auf über 150 Prüfpunkte. Die wichtigsten Bereiche:
Bremsen Bremsanlage, Bremsscheiben, Bremsbeläge und Bremsleitungen werden auf Funktion und Zustand geprüft. Schlechte Bremswirkung ist einer der häufigsten HU-Versager.
Beleuchtung Alle Lichter müssen funktionieren und korrekt eingestellt sein. Das betrifft Scheinwerfer, Blinker, Rücklichter, Bremslichter, Nebelschlussleuchte und Kennzeichenbeleuchtung.
Lenkung und Fahrwerk Lenkspiel, Spurstangen, Stoßdämpfer und Radlager werden auf Verschleiß untersucht. Spürbare Vibrationen oder ungewöhnliche Geräusche beim Lenken sind Warnsignale.
Abgasanlage Auspuff darf nicht rosten oder undicht sein. Zusätzlich wird die Abgasmessung (AU) durchgeführt — ein zu hoher Schadstoffausstoß führt zum Nichtbestehen.
Sicherheitsgurte und Airbags Gurte auf Risse, Klemmmechanismus und ordnungsgemäßen Rückzug prüfen. Airbag-Kontrollleuchte darf nicht dauerhaft leuchten.
Karosserie und Rahmen Starker Rost an tragenden Teilen ist ein schwerer Mangel. Scharfe Kanten durch Unfallschäden ebenfalls.
Sonstiges Scheibenwischer, Hupe, Spiegel, Windschutzscheibe (keine Risse im Sichtfeld), Reifen (Mindestprofiltiefe 1,6 mm) und Fahrzeugdokumente.
Häufige Mängel — was am meisten durchfallen lässt
Laut DEKRA-Statistik sind dies die häufigsten Mängelursachen:
| Mängelbereich | Anteil an Beanstandungen |
|---|---|
| Beleuchtung | ca. 30 % |
| Bremsen | ca. 25 % |
| Achsen/Lenkung/Fahrwerk | ca. 20 % |
| Karosserie/Rahmen | ca. 10 % |
| Abgasanlage | ca. 8 % |
| Sonstiges | ca. 7 % |
Viele dieser Mängel lassen sich vor der HU erkennen und beheben — ohne dass ein Prüfer dabei sein muss.
Ihre Checkliste vor der HU
Gehen Sie diese Punkte selbst durch, bevor Sie zum TÜV fahren:
Beleuchtung (5 Minuten)
- Alle Blinker vorn und hinten funktionsfähig?
- Bremslichter leuchten beim Bremsen?
- Standlichter, Abblendlicht, Fernlicht in Ordnung?
- Kennzeichenbeleuchtung an?
- Nebelschlussleuchte funktioniert?
Reifen
- Profiltiefe mindestens 1,6 mm (besser 3 mm)?
- Keine sichtbaren Risse oder Beulen an Flanken?
- Reifenalter unter 8 Jahre?
Scheibenwischer und Waschanlage
- Wischer ohne Schlieren?
- Wischwasser vorhanden?
Spiegel und Scheiben
- Rückspiegel vollständig und klar?
- Keine Risse in der Windschutzscheibe im Sichtfeld des Fahrers?
Kontrollleuchten
- Keine dauerhaft leuchtende Motorkontrollleuchte, Airbag-Leuchte oder ABS-Leuchte?
Sicherheitsgurte
- Alle Gurte ziehen sich reibungslos zurück?
- Kein Reißen oder Durchscheuern sichtbar?
Dokumente
- Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) dabei?
Was kostet die Hauptuntersuchung?
Die Preise variieren je nach Prüforganisation und Region:
| Fahrzeugtyp | HU-Kosten (ca.) |
|---|---|
| PKW | 55–85 € |
| PKW mit AU | 70–100 € |
| Leichtes Nutzfahrzeug | 80–110 € |
| Motorrad | 40–70 € |
Prüforganisationen wie DEKRA, TÜV, GTÜ und KÜS dürfen die Preise selbst festlegen. Es lohnt sich, Preise zu vergleichen — die Leistung ist gesetzlich standardisiert, die Preise nicht.
Was passiert wenn man durchfällt?
Das Ergebnis der HU kennt drei Stufen:
Keine Mängel → Plakette wird sofort aufgeklebt.
Geringe Mängel → Plakette wird vergeben, aber Sie müssen die Mängel eigenverantwortlich beheben. Keine Nachprüfung nötig.
Erhebliche oder gefährliche Mängel → Keine Plakette. Sie müssen die Mängel beheben und das Fahrzeug innerhalb von 4 Wochen zur Nachprüfung vorstellen. Die Nachprüfung kostet je nach Organisation 20–40 € extra.
Verkehrsuntüchtig (gefährliche Mängel) → Das Fahrzeug darf nicht mehr gefahren werden. Nur die direkte Heimfahrt oder die Fahrt zur Werkstatt ist erlaubt.
Vor der HU zur Werkstatt — warum das sinnvoll ist
Eine professionelle Werkstatt kann Ihr Fahrzeug vor der HU auf alle relevanten Punkte prüfen und festgestellte Mängel direkt beheben. Das spart:
- Kosten für Nachprüfungen
- Zeit (kein zweiter Termin beim TÜV)
- Stress (keine unangenehmen Überraschungen beim Prüfer)
Viele Werkstätten bieten einen HU-Vorbereitungscheck an — oft günstig oder sogar kostenlos, wenn anschließend Reparaturen durchgeführt werden. Dieser Service sollte auf der Website einer Werkstatt klar kommuniziert werden, denn viele Kunden suchen gezielt nach „Werkstatt HU-Vorbereitung" in ihrer Stadt.
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