Jeden Tag klingelt das Telefon — Kunden möchten einen Termin vereinbaren. Oft zu ungünstigen Zeiten, oft mehrfach hin und her. Mit einem Online-Buchungssystem können Ihre Kunden rund um die Uhr selbst einen Termin buchen — ohne dass Sie ans Telefon müssen. Dieser Artikel zeigt, welche Lösung für Ihren Betrieb am besten geeignet ist.

Warum Online-Terminbuchung für Handwerker sinnvoll ist

Ein Handwerksbetrieb mit 3 Mitarbeitern beantwortet im Schnitt 15–25 Terminanfragen pro Woche. Jedes Gespräch dauert 3–8 Minuten. Das macht bis zu 3 Stunden reiner Telefonzeit — pro Woche, nur für Terminvereinbarungen.

Rechnung: 3 Stunden Telefon × 50 Wochen × 65 € Stundensatz = 9.750 € Produktionsausfallkosten jährlich — durch Telefonarbeit die eine Software für 15 €/Monat erledigen könnte.

Dazu kommt: 40% aller Kunden suchen abends oder am Wochenende nach einem Handwerker. Wenn Sie dann kein Buchungssystem anbieten, buchen diese Kunden beim Wettbewerber.

Welche Gewerke profitieren am meisten?

Online-Terminbuchung funktioniert besonders gut bei planbaren Dienstleistungen:

Weniger geeignet ist Online-Buchung für Notfalldienstleistungen (Rohrbruch, Elektriker-Notdienst) — dort ist direkte Erreichbarkeit per Telefon wichtiger.

Die besten Tools im Vergleich

Calendly — der Klassiker

Calendly ist das bekannteste Buchungstool weltweit. Sie hinterlegen Ihre verfügbaren Zeiten, der Kunde wählt einen freien Slot und erhält automatisch eine Bestätigung mit Kalender-Einladung.

Stärken: Sehr einfach zu bedienen, funktioniert sofort, Google/Outlook-Kalender-Sync, automatische Erinnerungen an den Kunden.

Schwächen: Kostenlose Version begrenzt (nur 1 Termintyp), keine DSGVO-Datenverarbeitung in Deutschland (Server in den USA).

Preis: Kostenlos (1 Termintyp) | 10 €/Monat (Standard) | 16 €/Monat (Teams)

SimplyBook.me — DSGVO-freundlich und flexibel

SimplyBook.me bietet Serverstandorte in der EU und ist damit DSGVO-konform. Das Tool ist flexibler als Calendly und ermöglicht auch Bezahlung bei der Buchung, Pufferzeiten zwischen Terminen und mehrere Mitarbeiter.

Stärken: EU-Server, sehr viele Funktionen, Zahlungsintegration, anpassbares Buchungswidget für die Website.

Schwächen: Etwas komplexer in der Einrichtung.

Preis: Kostenlos (50 Buchungen/Monat) | ab 9,90 €/Monat (Professional)

Bookingkit — speziell für Dienstleister

Bookingkit ist auf Dienstleistungsunternehmen ausgerichtet und bietet neben der Buchung auch Kapazitätsverwaltung, Gutscheine und Marketing-Integrationen.

Für wen: Betriebe mit mehreren Standorten oder komplexen Buchungsstrukturen.

Preis: Ab 49 €/Monat

Microsoft Bookings — für Microsoft-365-Nutzer

Wenn Sie Microsoft 365 bereits nutzen, ist Microsoft Bookings inklusive. Es synchronisiert sich automatisch mit Outlook und Teams.

Stärken: Keine zusätzlichen Kosten (im 365-Abo enthalten), volle DSGVO-Konformität, Teams-Integration.

Für wen: Betriebe die bereits Microsoft 365 nutzen.

Tools im direkten Vergleich

Tool Preis/Monat DSGVO Zahlungsintegration Mehrere Mitarbeiter
Calendly Kostenlos–16 € Eingeschränkt Ja (kostenpflichtig) Ja
SimplyBook.me Kostenlos–9,90 € Ja (EU-Server) Ja Ja
Bookingkit Ab 49 € Ja Ja Ja
Microsoft Bookings Im 365-Abo Ja Nein Ja
Acuity Scheduling Ab 16 € Eingeschränkt Ja Ja

DSGVO: Was Sie beachten müssen

Bei Online-Buchungssystemen werden Kundendaten (Name, E-Mail, Telefon) verarbeitet. Das hat DSGVO-Relevanz:

  1. Datenschutzerklärung anpassen: Nennen Sie das Buchungstool und dessen Datenschutzbestimmungen
  2. EU-Server bevorzugen: SimplyBook.me, Microsoft Bookings und einige andere speichern Daten in der EU
  3. Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) abschließen: Die meisten seriösen Anbieter stellen diesen auf Anfrage zur Verfügung
Empfehlung: Für den DSGVO-konformen Einstieg ohne große Kosten: SimplyBook.me (kostenlos bis 50 Buchungen/Monat) oder Microsoft Bookings (im 365-Abo). Beide haben EU-Server und stellen AVVs bereit.

So integrieren Sie Online-Buchung in Ihre Website

Die meisten Buchungstools bieten ein einbettbares Widget an — ein kleiner Code-Schnipsel, der auf Ihrer Website einen “Termin buchen”-Button oder ein Buchungsformular anzeigt.

Typische Integration:

  1. Buchungstool einrichten (15–30 Minuten)
  2. Verfügbare Zeiten eintragen
  3. Widget-Code kopieren
  4. Auf der Website einfügen (Ihr Webdesigner erledigt das in 5 Minuten)
  5. Testen und live schalten

Bei Artfex-Websites integrieren wir auf Wunsch ein Buchungssystem direkt in Ihre neue Website.

Fazit: Ab wann lohnt sich ein Buchungssystem?

Ein Online-Buchungssystem lohnt sich sobald Sie mehr als 5 Terminanfragen pro Woche erhalten. Der Zeitgewinn amortisiert die Kosten sofort — selbst die günstigste Variante (Calendly kostenlos) ist bereits eine massive Verbesserung gegenüber reinem Telefon-Handling.

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