Plötzlich ist der Strom weg — der Fernseher geht aus, das Licht erlischt, die Steckdosen geben keinen Strom mehr. Meistens lässt sich die Ursache schnell eingrenzen. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, was Sie selbst prüfen können und wann ein Elektriker gefragt ist.

Schritt 1: Einschränken — Wo fehlt der Strom?

Bevor Sie irgendetwas tun, stellen Sie fest: Wie groß ist der Ausfall?

Nur eine Steckdose oder ein Gerät: Wahrscheinlich eine durchgebrannte Sicherung oder ein defektes Gerät.

Ein Raum oder ein Teil der Wohnung: Eine Sicherung im Sicherungskasten ist ausgelöst — das ist der häufigste Fall.

Die gesamte Wohnung: Entweder ist die Hauptsicherung ausgelöst, oder es liegt ein allgemeiner Netzausfall vor.

Ganzes Haus oder ganze Straße: Prüfen Sie, ob bei Nachbarn ebenfalls kein Strom ist. Dann ist der Netzbetreiber zuständig — nicht Ihr Elektriker.

Schritt 2: Sicherungskasten prüfen

Der Sicherungskasten (auch Verteilerkasten oder Zählerschrank) ist Ihr wichtigster Anlaufpunkt. Er befindet sich meist im Flur, Keller oder Hauswirtschaftsraum.

Was Sie im Sicherungskasten sehen werden

Leitungsschutzschalter (LS-Schalter): Kleine Schalter, die bei Überlast automatisch ausschalten. Ein ausgelöster Schalter steht auf „0" oder liegt mittig — er unterscheidet sich von den eingeschalteten Schaltern. Einfach nach oben drücken zum Einschalten.

FI-Schutzschalter (RCD): Oft als größerer Schalter mit „FI" oder „RCD" beschriftet. Schützt vor Stromschlägen. Wenn er ausgelöst hat, liegt meist ein Erdschlussfehler vor.

Wichtig: Wenn der Schalter nach dem Einschalten sofort wieder auslöst, liegt ein ernsthafterer Fehler vor. Versuchen Sie es nicht mehrfach — rufen Sie einen Elektriker.

Den FI-Schalter wieder einschalten

  1. Alle Geräte aus der Steckdose ziehen (um das fehlerhafte Gerät zu finden)
  2. FI-Schalter nach oben drücken
  3. Geräte nacheinander wieder einstecken
  4. Das Gerät, das erneut den FI auslöst, ist defekt — nicht mehr verwenden

Schritt 3: Das fehlerhafte Gerät identifizieren

Wenn ein Gerät den FI-Schalter auslöst, deutet das auf einen Isolationsfehler hin — das Gerät ist defekt und muss repariert oder ersetzt werden. Typische Kandidaten:

Wann ein Elektriker nötig ist

Ein Elektriker muss her, wenn:

Niemals selbst an der Verteilung arbeiten: Arbeiten am Sicherungskasten oder an Leitungen sind in Deutschland nur für Elektrofachkräfte erlaubt. Strom tötet — auch bei scheinbar kleinen Eingriffen.

Was kostet ein Elektriker-Notdienst?

Zeitraum Typischer Stundensatz
Werktags, Normalzeit 65–110 €/h
Abends / Samstags 95–150 €/h
Nachts / Sonn- und Feiertage 130–220 €/h

Anfahrtskosten betragen meist 40–70 €. Für einfache Fehlersuche und Reparatur können Sie mit 150–300 € rechnen. Bei größeren Schäden oder veralteten Leitungen entsprechend mehr.

Allgemeiner Netzausfall: Wer ist zuständig?

Wenn kein Strom kommt, obwohl alle Sicherungen in Ordnung sind und auch Nachbarn betroffen sind, handelt es sich um einen Netzausfall. Zuständig ist Ihr Netzbetreiber (nicht Ihr Stromanbieter). Den Netzbetreiber finden Sie auf Ihrer Stromrechnung oder unter bundesnetzagentur.de. Die Entstörungsnummern sind rund um die Uhr erreichbar.

Was Mieter wissen sollten

Als Mieter gilt: Schäden an der Elektroinstallation (z. B. defekte Leitungen, veralteter Sicherungskasten) sind Sache des Vermieters. Melden Sie den Schaden schriftlich und mit Datum.

Defekte eigene Geräte — das ist Ihre Sache.


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