Viele Handwerker-Websites enthalten zu wenig — und verlieren deswegen Kunden die eigentlich schon fast überzeugt waren. Andere enthalten zu viel und überfordern Besucher. Diese Checkliste zeigt Ihnen genau, was auf eine Handwerker-Website gehört, was Pflicht ist und was nur nice-to-have.

Grundsatz: Das Ziel jeder Handwerker-Website ist eine Anfrage — Anruf oder Formular. Jedes Element muss entweder Vertrauen aufbauen oder zur Anfrage führen. Was keines von beidem tut, kann weg.

Pflicht-Elemente: Was fehlen darf

1. Klare Leistungsübersicht

Das Wichtigste auf der Website: Was machen Sie? Nicht „Elektroarbeiten aller Art" — sondern konkret:

Je konkreter, desto besser — für Kunden UND für Google. Mehr zu SEO für Handwerker.

2. Ihr Einzugsgebiet

Wo arbeiten Sie? Nennen Sie Ihre Stadt und die Umgebung explizit. Kunden suchen lokale Anbieter — und Google rankt Sie besser wenn Ihr Standort klar ist.

„Wir arbeiten in Düsseldorf und den umliegenden Gemeinden: Ratingen, Meerbusch, Erkrath, Hilden."

3. Kontaktmöglichkeiten

Telefonnummer: Groß und sofort sichtbar. Kunden in Notfällen wollen nicht suchen.

Kontaktformular: Für Kunden die lieber schreiben als anrufen — besonders nach Feierabend. Das Formular muss DSGVO-konform sein.

E-Mail-Adresse: Als Backup oder für Dokumente-Versand. Eine professionelle E-Mail (@ihrbetrieb.de, nicht Gmail) stärkt die Glaubwürdigkeit.

4. Impressum und Datenschutz

Rechtlich Pflicht. Im Footer verlinkt, auf eigener Unterseite. → Impressumspflicht für Handwerker

5. Mobile-Optimierung

Keine schöne Option — absolutes Muss. Über 70% der Handwerker-Suchen kommen vom Smartphone. Eine Website die auf dem Handy nicht funktioniert verliert diese Kunden sofort.

Wichtige Elemente: Was den Unterschied macht

6. Referenzfotos aus echten Projekten

Eigene Fotos > Stockfotos. Immer. Zeigen Sie Ihre Arbeit:

Minimum: 5–8 Fotos. Mehr ist besser. Qualität: Gutes Tageslicht, Smartphone reicht.

7. Kundenbewertungen auf der Website

Google-Sterne direkt sichtbar machen. Drei kurze Kundenzitate (Name + Ort) erhöhen die Conversion enorm. Wer noch wenige Bewertungen hat: Mit dem Sammeln beginnen und später einbinden.

8. Über den Inhaber / das Team

Kunden beauftragen Menschen, nicht Firmen. Ein kurzer Abschnitt mit:

Besonders wichtig für Einzelkämpfer: Persönlichkeit ist Ihr Alleinstellungsmerkmal gegenüber größeren Betrieben.

9. Meistertitel und Zertifikate

Wenn Sie Meisterbetrieb sind: Sagen Sie es. Der Meistertitel ist ein echtes Qualitätssignal. Zertifikate für spezielle Leistungen (E-Check, DGUV, VDE) ebenfalls nennen.

10. Klarer Aufruf zur Handlung (CTA)

Jede Seite braucht einen sichtbaren CTA-Button: „Jetzt anfragen", „Kostenlos beraten lassen", „Termin anfragen". Ohne CTA weiß der Besucher nicht was er als nächstes tun soll — und geht.

Optional aber wertvoll: Was Ihnen mehr bringt

11. FAQ-Bereich

Antworten auf die häufigsten Fragen:

Das spart Telefonate, baut Vertrauen auf und hilft bei Google (FAQ-Schema = bessere Suchergebnisse).

12. Online-Terminbuchung oder strukturiertes Anfrage-Formular

Statt einem einfachen Kontaktformular: Ein Formular das Fahrzeug / Leistungsart / Wunschtermin abfragt. Spart Rückfragen und filtert unqualifizierte Anfragen vor.

13. Blog mit nützlichen Inhalten

Ein Blog erhöht langfristig das Google-Ranking erheblich. Artikel wie „Wann muss ich die Elektroanlage prüfen lassen?" oder „Was kostet eine Neuinstallation in einer 3-Zimmer-Wohnung?" ziehen Kunden an, die noch in der Recherchephase sind — und zu Anfragen werden.

14. Google Maps eingebettet

Eine eingebettete Karte auf der Kontaktseite hilft Kunden Ihren Standort zu finden und signalisiert Google lokale Relevanz.

15. Preistransparenz (je nach Strategie)

Nicht jeder Handwerker will Preise auf der Website nennen — das ist verständlich. Wer es tut, filtert vorab preissensible Kunden und gewinnt das Vertrauen derer, die Sicherheit schätzen. Richtwerte statt Festpreise sind ein Mittelweg.

Was erste sehen müssen (above the fold)

Was Besucher ohne Scrollen sehen (die ersten 700px auf dem Bildschirm) entscheidet ob jemand bleibt oder geht:

Die Checkliste auf einen Blick

Element Priorität Warum
Leistungsübersicht (konkret) Pflicht Kunden + Google müssen verstehen was Sie machen
Telefonnummer groß sichtbar Pflicht Primärer Kontaktkanal
Kontaktformular Pflicht Für After-Hours-Anfragen
Einzugsgebiet Pflicht Lokales SEO
Impressum + Datenschutz Pflicht Gesetzlich vorgeschrieben
Mobile-Optimierung Pflicht 70%+ Besucher kommen per Handy
Referenzfotos (eigene) Wichtig Vertrauensaufbau
Kundenbewertungen Wichtig Sozialer Beweis
Inhaber-Vorstellung Wichtig Persönlichkeit, Vertrauen
Meistertitel / Zertifikate Wichtig Qualitätssignal
CTA auf jeder Seite Wichtig Führt zur Anfrage
FAQ Optional Spart Telefonate, SEO-Bonus
Blog Optional Langfristiges SEO
Terminbuchung Optional Convenience für Kunden
Preistransparenz Optional Nach Strategie entscheiden

Häufige Fragen

Wie viele Seiten braucht eine Handwerker-Website? Minimum: Startseite + Kontaktseite + Impressum + Datenschutz = 4 Seiten. Besser: Je eine Seite pro Hauptleistung. Mehr Seiten = mehr Keywords = mehr Google-Sichtbarkeit.

Soll ich meine Preise auf der Website zeigen? Das hängt von Ihrer Strategie ab. Transparente Preise bauen Vertrauen auf und sparen Rückfragen — können aber auch Kunden abschrecken die zuerst Vertrauen aufbauen wollen. Richtwerte sind oft der beste Mittelweg.

Was wenn ich kein gutes Foto von mir habe? Investieren Sie 1–2 Stunden in ein paar professionelle Fotos. Ihr Smartphone im Außenlicht reicht oft. Alternativ: Foto beim Einsatz, in Arbeitskleidung, mit Werkzeug — das ist authentisch und wirkt gut.

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